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cfp: Kinder, Frauen und Familie: Migrationen in historischer Perspektive [September 2012]

10. November 2011

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Kinder, Frauen und Familie: Migrationen in historischer Perspektive

6. Jahrestagung der Gesellschaft für Historische Migrationsforschung, Salzburg 6./7. September 2012

Migration wurde lange - auch in der Wissenschaft - als ein fast ausschließlich männliches Phänomen gesehen. Wenn Frauen Erwähnung fanden, dann meist im Kontext von Heirats- oder Familienmigration als mit- oder nachziehende (Ehe-)Frauen. Ein Blick auf die Statistiken des 20. Jahrhunderts zeigt jedoch, dass die Beteiligung von Frauen am Wanderungsgeschehen unterschätzt worden ist. Mittlerweile machen Frauen in manchen Ländern bis zu zwei Drittel der Migrant(inn)en aus, wobei sie als Einzelmigrantinnen ebenso mobil sind wie als Familienangehörige. Der Beitrag der Frauen zur familialen Ökonomie durch finanzielle oder materielle Rücksendungen in ihre Herkunftsgebiete oder als Familienernährerinnen im Ankunftsland ist bisher selten in den Blick genommen worden. Häufig waren/sind es Frauen, die rascher im Erwerbsleben in neuer Umgebung Fuß fassen und mit ihren Erwerbstätigkeiten das Überleben der Familie sichern konnten (und können). Die weltweite Nachfrage nach (billigen) Arbeitskräften im Dienstleistungsbereich hat zu einer enormen Ausweitung und Beschleunigung der weiblichen Migration geführt. Frauen, die z.B. im Haushalts- und Krankenpflegebereich tätig sind, sind vielfach die female breadwinner der Familie. Mit ihren remittances tragen sie wesentlich zum Familieneinkommen bei, und nicht selten ermöglichen sie den zu Hause gebliebenen Kindern damit eine schulische bzw. berufliche Ausbildung. Die Beiträge der Frauen zur Familienökonomie sind jedoch nicht erst ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. Auch für frühere Jahrhunderte lässt sich das Phänomen der female breadwinners im Zusammenhang mit Migration ausmachen. Neben den Frauen sind auch die Kinder, die bisher ebenfalls nur im Zusammenhang mit der familialen Arbeitsmigration gesehen worden sind, in den Fokus der Migrationsforschung gekommen. Die Beispiele dafür reichen von den Schwabengängern bis hin zur Kinderarbeit auf afrikanischen Kakaoplantagen. All diesen Aspekten soll in der geplanten Konferenz in einer historischen Langzeitperspektive bis in die Gegenwart nachgegangen werden.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag für einen Vortrag auf dieser Konferenz an den Vorsitzenden der Gesellschaft für Historische Migrationsforschung bis spätestens 28.2.2012:

Prof. Dr. Dittmar Dahlmann